avant garde
1
Potsdamer Straße
[ Tiergarten ]
Berlin - Februar 2012
business life
2
Moritzplatz
[ Kreuzberg ]
Berlin - März 2012
tradition
3
Auf der Uhlenhorst
[ Uhlenhorst ]
Hamburg - März 2012
zeitgeist
4
Langstrasse
[ Hard ]
Zürich - April 2012
Tradition
5
Clarastrasse
[ Kleinbasel ]
Basel - Mai 2012
avant garde
6
Holz- und Fabrikhafen
[ Walle ]
Bremen - August 2012
business life
7
Financial District
 
Shanghai - November 2012
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                                                                    Streifzug: Hagstrasse

                                                                    Text: Miriam Rauh Bild: ©Sirius

                                                                    Zwischen Knipp und Kunst

                                                                    Ein Streifzug durch den Holz- und Fabrikhafen

                                                                    Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können: Im Bremer Holz- und Fabrikhafen ließ Ludwig Roselius, Mitbegründer der Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft Kaffee HAG, ab 1907 als weltweit erster seinen international bekannten koffeeinfreien Kaffee produzieren. Ende der 20er Jahre kam auch der „Plantagentrank Kaba“ hinzu, ein lösliches Kakaopulver, das Kraft, Konzentration und köstlichen Geschmack versprach und dessen Wahrzeichen, die drei goldenen Palmen, bis heute weithin sichtbar die roten Backsteinmauern ziert.

                                                                    Das Gebäude, das Roselius eigens für seine Produktion errichten ließ, war für die damalige Zeit wegweisend und sowohl gestalterisch als auch in logistischer Hinsicht auf neuestem Stand. Bereits in den Anfängen wurden in den Hallen am Holzhafen ganze 13.000 Pfund Kaffee täglich hergestellt. Innovator Roselius setzte noch vor Henry Ford das Fließband in der Produktion ein. Und auch die Einführung von Corporate Design fand in Roselius mit Kaffee HAG, neben der AEG mit Peter Behrens, einen Pionier, der sich um die Bedeutung

                                                                    Lloyd Caffee

                                                                    strategisch eingesetzter Gestaltung mehr als bewusst war. Neben einer klar definierten Farb- und Formensprache wurde die Wirkung der Marke räumlich weit gefasst definiert. So hat zum Beispiel die Bremer Böttcherstrasse im pittoresken und heute denkmalgeschützten Handwerksviertel Schnoor in der Bremer Altstadt ihr Erscheinungsbild vor allem Roselius zu verdanken, der ihr Aussehen maßgeblich prägte und auch finanzierte.

                                                                    Bis weit in die späten 70er Jahre hinein strahlte der Glanz des Gebäudes im Bremer Hafen ungebrochen. Dann verkaufte der Sohn des Firmengründers Kaffee HAG an das US-amerikanische Unternehmen General Foods Corporation, heute bekannt als Kraft Foods. Mit dem

                                                                    Umzug der Produktion folgten andere Zeiten. Fast 20 Jahre lang wurden lediglich 2 der insgesamt 20 einzelnen Gebäudeteile genutzt, der Rest stand leer, darunter auch das altehrwürdige Haupthaus.

                                                                    Mit dem Wegfall der gewerblichen Betriebsamkeit zeigte sich das Gebiet rund um den Bremer Holz- und Fabrikhafen zunehmend von der rauen Seite. Das Rotlichtmilieu machte sich breit, wo früher Arbeiter ein- und ausgingen wuchsen Pflanzen, später entdeckten Graffitysprayer und Streetartists die ungenutzten Mauern für sich. Ruhig war das Areal auch im Leerstand nicht. Doch wie an anderen belebten Orten auch, tauschten sich die Protagonisten im Laufe der Zeit immer wieder aus und für den Bremer Holz- und Fabrikhafen scheint derzeit eine

                                                                    © Steve Dores NY 1912

                                                                    neue Ära anzubrechen. Der frische Wind ist schon zu spüren.

                                                                    Neuerungen finden nicht immer alle sofort gut. Auch im Bremer Holz- und Fabrikhafen geht unter den Alteingesessenen die Sorge um, dass die vielen hinzukommenden Angestellten und Geschäftsleute den Weg für Wohlhabendere bereiten, die den unverwechselbaren Blick und die schönen Räume für sich entdecken und die Mieten in die Höhe treiben. So ist auch bereits das erste Haus direkt am Hafen für ein Mischkonzept aus Wohnen und Arbeiten offen. Doch der Verfall wäre keine akzeptable Alternative und es gibt den Mittelweg, der dem Neuen die Türen öffnet und das Alte respektiert.

                                                                    „Aus meiner Sicht wäre es vernünftig,

                                                                    wieder da hin zu gehen, wo man herkommt, also viele kleine mittelständische Betriebe in den Holzhafen zu holen, auch aus dem Bereich Kunst und Kultur - Maler, Künstler, Bildhauer, Fotografen, Restauratoren und Modedesigner. Für sie gibt es vor Ort ideale Bedingungen,“ so Christina Seghorn, die als Center Managerin für die Vermietung des Sirius Business Park im ehemaligen Kaffee HAG Haus in der Hagstrasse zuständig ist.

                                                                    Wie schon zu den Ursprüngen des Bremer Hafengebietes sind es tatsächlich vorwiegend Gründer und Kreative, die es in die Gegend zieht, nur die Branchen haben sich geändert. Nicht ohne Grund wird diesem Personenkreis Mut und eine ordentliche Portion Pioniergeist

                                                                    ©Sirius

                                                                    nachgesagt, auch verwildertes Gelände wird von ihnen geebnet und so erneut urban gemacht, den heutigen Bedürfnissen entsprechend.

                                                                    Im unmittelbar anschließenden Überseehafen ist dies schon weitgehend geglückt. Nach dem Zuschütten des alten Hafenbeckens wurden hier weitläufige Plätze errichtet, Einzelhandel, Ateliers und Büros breiten sich aus. Die Bremer Hochschule für Künste HfK ist in eines der alten Speicherhäuser gezogen, in der Nähe finden sich das Hafenmuseum Speicher XI, die Floristen Borchers & Altmann, das Restaurant Port Speicher XI, das Zollhaus Hostel sowie verschiedene Agenturen aus dem Werbe- und Medienbereich.

                                                                    Auch im Holzhafen selbst gibt es viel Interessantes zu entdecken. Bremer Künstler wie Tom Gefken haben hier ihre Ateliers, der Röster Lloyd Kaffee bietet das Catering für den edlen Marmorsaal im alten HAG Gebäude an, das der Vermieter Sirius Facilities behutsam restauriert und wieder für Öffentlichkeit und Gewerbetreibende zugänglich gemacht hat. Die Unternehmerin Birgitta Rust hat ihre Distillerie für ‚feine Brände’ direkt im Umkreis eingerichtet. Selbst große Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen sind vor Ort zu finden, so z.B. SAT1 Norddeutschland, die internationale Spedition Cargotrans und natürlich die Rolandmühle und auch Kelloggs, deren weiße Türme wie ein Wahrzeichen des Hafens weithin sichtbar sind. Der Duft von frisch geröstetem Kaffee und

                                                                    ©Sirius

                                                                    Getreide zieht sich an manchen Tagen wie ein Band durchs Areal und erinnert daran, das am Holz- und Fabrikhafen gearbeitet und produziert wird.

                                                                    Während viele ehemalige Hafengebiete andernorts schon beinahe etabliert sind, sieht man hier mehr Hafenarbeiter als sorgfältig zurechtgemachte Angestellte und Kreative, an den Buden wird unverändert Bremer Knipp und Erbsensuppe ausgegeben.

                                                                    „Man hasst es oder man liebt es,“ sagt die Mitarbeiterin eines der Unternehmen, die sich vor einigen Jahren im ehemaligen HAG Gelände angesiedelt haben. „Es geht hier etwas schroffer zu, als zum Beispiel rund um die Alster. Manchmal wartet man ein paar Minuten an der Schranke, weil es seine Zeit braucht, bis der letzte Wagen

                                                                    des Containerzugs vorbeigerattert ist. Aber das Bodenständige macht auch den Charme der Gegend aus. Wenn ich aus meinem Fenster blicke, sehe ich im Hafenbecken riesige Containerschiffe aus aller Welt. So eine Aussicht gibt es kaum ein zweites Mal.“

                                                                    So vielfältig die Gebäude und Passanten im Bremer Holz- und Fabrikhafen sind; am HAG-Gelände kommt auch heute keiner vorbei. „Oft bleiben ältere Leute am Haus stehen,“ erzählt Frau Sehgorn, „die sich mit Tränen in den Augen daran erinnern, dass sie hier mal gearbeitet haben. Sie erzählen von Festen mit Buden auf dem Gelände, bei denen jeder Mitarbeiter 100 Mark geschenkt bekam, nur dafür, dass er kam. Und von der Frühstückspause morgens um zehn, bei der es ein Müsli zur Stärkung für alle gab.“

                                                                    ©Hafenmuseum, Speicher XI

                                                                    Man kann sich vorstellen, wie gerne die Menschen hier gearbeitet haben - und

                                                                    dass man auch heute wieder gern an diesem Ort zur Arbeit geht.

                                                                    ©Sirius