avant garde
1
Potsdamer Straße
[ Tiergarten ]
Berlin - Februar 2012
business life
2
Moritzplatz
[ Kreuzberg ]
Berlin - März 2012
tradition
3
Auf der Uhlenhorst
[ Uhlenhorst ]
Hamburg - März 2012
zeitgeist
4
Langstrasse
[ Hard ]
Zürich - April 2012
Tradition
5
Clarastrasse
[ Kleinbasel ]
Basel - Mai 2012
avant garde
6
Holz- und Fabrikhafen
[ Walle ]
Bremen - August 2012
business life
7
Financial District
 
Shanghai - November 2012
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                                                                    INTERVIEW: Martin Reinshagen

                                                                    Text: Miriam Rauh Von links nach rechts: Martin Yves Reinshagen,
                                                                    Leopold Weinberg, Adrian Hagenbach;
                                                                    Foto: Michael Hölzl © 2012

                                                                    Back to the Roots!

                                                                    Ein neuer, alter Ort für’s Volk

                                                                    Auf fast 2.700 m2 entsteht das vom Architekturbüro Herzog & de Meuron umgestaltete Volkshaus Basel mit neuem Konzept. Bar, Brasserie, Club, Konferenzräume und Biergarten sind bereits geöffnet, in Kürze folgen Bibliothek, Ladenflächen und auch ein Hotel. Die Architekten sind für die Umgestaltung des Hauses verantwortlich. Dabei wurden fast alle Elemente mit ortsansässigen oder zumindest Schweizer Betrieben realisiert. Die 100 eigens entworfenen Stühle für Brasserie und Bar wurden in

                                                                    Zusammenarbeit mit dem Traditionshaus Horgenglarus gefertigt, der ältesten Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz und, nach eigenem Bekunden, auch eine der ‚ältesten, edelsten und kultiviertesten Möbelherstellern Europas’. Die traditionsreiche Planungs- und Produktionsfirma im Bereich Laden- und Innenausbau Pendt AG wurde mit der Herstellung von Elementen für die ‚Zinnbar’ beauftragt, sowie mit der Fertigung massiver Ahorntische.

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    Für die Ausführung der ebenfalls von Herzog & de Meuron gestalteten Leuchten für Bar und Brasserie wurde ein Unternehmen aus Österreich beauftragt: Die Firma Zumtobel aus Dornbirn, immerhin ansässig in der Schweizer Strasse. Es versteht sich von selbst, dass man auch hier auf beste Qualität geachtet hat.

                                                                    Die Ursprünge des Volkshauses reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Zunächst als Burgvogtei genutzt, war der Ort von Beginn an von ‚konzentrierter Nutzungsvielfalt’ geprägt, eine Art Stadt inmitten der Stadt. Im Jahr 1845 entstand auf dem Gelände eine Brauerei mit Gastwirtschaft, 30 Jahre später kam auch eine Konzerthalle hinzu.

                                                                    Nachdem das Areal im Jahr 1905 durch die Stadt Basel übernommen wurde, entwickelte es sich rasch zu einem zentralen Treffpunkt für die Bürger und wurde im Jahr 1925 durch den Architekten Henri Bauer neu gestaltet und um Veranstaltungsräume, eine Bibliothek, Büro- und Sitzungsräume sowie ein Hotel und ein Restaurant erweitert.

                                                                    Obwohl die Renovierungsarbeiten in den späten Siebzigern das Volkshaus gebäudetechnisch auf den neuesten Stand brachten, wurden Charakter und Identität des Volkshauses stark beeinträchtigt. In unseren Tagen, fast 40 Jahre später, erhält das Volkshaus Basel mit Leopold Weinberg und Adrian Hagenbach neue Eigentümer

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    und seine architektonische Identität zurück, sowie einen Konzertsaal, der in puncto Akustik seines Gleichen sucht. Stück für Stück werden ursprüngliche Nutzungsformen wiederbelebt und in die Jetztzeit transformiert.

                                                                    Was für ein Ort wird das neue Volkshaus sein? Im Interview der Geschäftsführer der Volkshaus Basel Betriebs AG, Martin Yves Reinshagen.

                                                                    # Herr Reinshagen, wie ist die Geschichte des Volkshauses?
                                                                    Es war schon immer ein Ort, an dem man sich treffen konnte, an dem es Konzerte und Lesungen gab, ein Ort für ein kulturell interessiertes Publikum, durchaus auch mit einem sozialen Hintergrund. Bereits die Burgvogtei

                                                                    hatte eine Gaststätte, später gab es ein Restaurant – wir lassen all das Vergangene in das neue Volkshaus einfließen, wir gehen „back to the roots“.

                                                                    # Wie wurde das Volkshaus in den letzten Jahren genutzt?
                                                                    Das Volkshaus wurde zwar auch vielseitig genutzt, jedoch ohne ein ganzheitliches Betriebs-Konzept. Obschon sich das kulturell vielseitige Quartier stetig weiterentwickelt hat, wurden dringend notwendige Renovationen nicht vorgenommen und insbesondere der Gastronomie-Betrieb vernachlässigt. Dies führte zu einer fast ausschließlichen Nutzung einerseits als Quartier-Beiz und andererseits – und vor allem von Ersterem abgekoppelt –

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    als reine Konzerthalle.

                                                                    # Was ist Ihr Ziel nach der Umgestaltung, was ist vor Ort entstanden, bzw. was wird entstehen?
                                                                    Unsere Vision besagt, dass wir ein bekannter und anerkannter Ort für Gastronomiekultur und Musik sind, und das nicht nur lokal sondern auch über die Grenzen von Basel hinaus. Dadurch, dass wir im Länderdreieck zu Hause sind, schließt das neben dem regionalen Kreis auch ein Publikum aus Deutschland oder Frankreich mit ein. Wir sprechen die verschiedenen Kulturen und Länder an, was sehr, sehr schön ist. Durch die Architektur, die von Herzog & de Meuron gestaltet und umgestaltet wurde und wird, hoffen wir

                                                                    auch, ein internationales Publikum zu erreichen. Man wird im Volkshaus übernachten und viele Stunden hier verbringen können und dabei immer wieder Neues sehen und erleben.

                                                                    # Sie haben gerade das Ländereck als besondere Lage angesprochen – was genau ist das Besondere?
                                                                    Jede Nationalität bringt ihren eigenen Charakter mit, das bringt Vielfalt und fordert auch einen respektvollen Umgang miteinander. Natürlich ist der Einfluss der Kulturen in Bezug auf Speisen und Getränke groß, das gilt auch für kulturelle Events wie Musik. Alles vermischt sich, die Übergänge sind fließend, das zeichnet die Stadt Basel insgesamt aus.

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    # Welches Publikum findet man im Quartier um das Volkshaus vor?
                                                                    Kleinbasel ist vielfältig, mit internationalem Flair. Es gibt viele kleine und mittlere Unternehmer, viele Handels- und Gewerbebetriebe, es ist sehr bunt und lebendig, dabei kleinstädtisch und handwerklich. Durch die Messe gibt es eine starke internationale Anziehung.

                                                                    # Ist das Quartier im Umbruch oder eher gewachsen?
                                                                    Es ist beides. Es ist gewachsen, aber ja, es befindet sich im Umbruch. Ein stadtpolitisches Thema, das Außenstehende vielleicht eher zum Schmunzeln bringt ist die Unterscheidung zwischen den beiden durch den Rhein getrennten

                                                                    Stadtquartieren Groß-Basel und Klein-Basel und das Hemmnis einiger Bürger und Bürgerinnen, die „Seiten“ zu wechseln. Aber für die Stadt ist es ein Thema, dass das Quartier wieder zu einem Treffpunkt für ganz Basel wird. Wir hoffen, dass das Volkshaus einen Beitrag zur Vereinheitlichung leisten kann.

                                                                    # Man bleibt also eher auf seiner Seite des Rheins?
                                                                    In Großbasel waren eher die Wohlhabenden und die Dienstleistungsindustrie Die Industrie und das Kleingewerbe waren in Kleinbasel, auch heute findet in Kleinbasel eher das Handwerkliche statt. Diese Trennung ist immer noch in den Köpfen, bricht aber langsam auf.

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    # Worauf wurde bei der Neugestaltung besonderer Wert gelegt?
                                                                    Das Alte soll hervorgehoben und gezeigt und durch neue Akzente in Szene gesetzt werden werden. Das ist zum Beispiel gelungen, indem man den ursprünglichen Stuhl der Brasserie genommen hat und sich ein ursprüngliches Element vorgenommen und neu gestaltet hat: Aus dieser Idee sind 100 verschiedene, nummerierte Stühle entstanden, die sich nur durch die Rückenlehne unterscheiden. Herzog & de Meuron sind ja hier in Basel zu Hause, sie gehen sehr bewusst mit Geschichte um, setzen sich bewusst mit Geschichte auseinander und haben einen klaren Bezug zu ihr. Vieles ist in der Neugestaltung mit lokalen Handwerkern umgesetzt worden.

                                                                    # Schön!
                                                                    Ja, vielleicht hätte man es woanders etwas günstiger bekommen. Aber das Vertrauen, das sich mit lokalen Handwerkern vor Ort über viele Jahre entwickelt, zählt auch.

                                                                    # Warum haben Sie sich für Herzog & de Meuron entschieden?
                                                                    Das hat auch einen persönlichen Hintergrund, es gibt einen direkten Bezug zwischen dem Büro und den Eigentümern. Zudem setzen sich Herzog & de Meuron sehr stark mit einem Thema auseinander, hinterfragen und bauen dann, was Sinn macht. Es ist wunderbar mit jemandem zusammen zu arbeiten, der sich so intensiv mit etwas auseinandersetzt, wie vielleicht mit einem eigenen Kind.

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    # Welches Publikum spricht das Volkshaus an?
                                                                    Das Volkshaus ist und bleibt ein Volkshaus: Wir sprechen alle an. Das Schöne ist, das wir tatsächlich ein sehr breites Publikum haben. Das pensionierte Ehepaar kommt vormittags auf ein Croissant und zum Zeitung Lesen, am Nachmittag sind die Biertrinker unterwegs, das mischt sich mit Geschäftsleuten, die eine Besprechung haben und dann kommen die Kulturinteressierten... es ist bunt gemischt, alle Nationalitäten, alle kommen hierher und genießen das Leben. Oder arbeiten! Je nachdem.

                                                                    Unsere drei vielseitigen und gut ausgerüsteten Bankett-Säle eignen sich überdies ausgezeichnet für

                                                                    Geburtstage, Konferenzen und sogar Hochzeiten. Das Hotel wird erst in einigen Jahren fertig gestellt aber wir können jederzeit Empfehlungen abgeben.

                                                                    # Welchen Wunsch haben Sie für das Volkshaus?
                                                                    Wir wollen ein vielseitiger gastronomischer und kultureller Mikrokosmos sein, innerhalb dessen man sich einen ganzen Abend oder Tag lang aufhalten, unterhalten und verpflegen kann. Dazu laden wir z.B. verschiedene Musiker und Veranstalter ein: Candy Dulfer, Archive, Brooke Fraser, eines der größten internationalen Tangofestivals war über Ostern bei uns. Auch ein Bluesfestival haben wir vor Ort, hier

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    wurde vor Kurzem der Swiss Blues Award 2012 verliehen, und zwar an Claude Nobs, den Gründer und langjähriger Organisator des berühmten Jazz Festival Montreux.

                                                                    # Ist Kleinbasel der ideale Ort oder hoffen, bzw. erwarten Sie, dass das

                                                                    Volkshaus das Quartier verändern wird?
                                                                    Das Quartier können wir so nicht verändern. Wir können mit unserem Angebot einen Anreiz schaffen, dass sich Leute hier treffen und auch andere Unternehmen angezogen werden, die ihre Ideen hier vor Ort im Quartier umsetzen können.

                                                                    Volkshaus Basel | Rebgasse 12 | 4058 Basel | www.volkshaus-basel.ch
                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012