avant garde
1
Potsdamer Straße
[ Tiergarten ]
Berlin - Februar 2012
business life
2
Moritzplatz
[ Kreuzberg ]
Berlin - März 2012
tradition
3
Auf der Uhlenhorst
[ Uhlenhorst ]
Hamburg - März 2012
zeitgeist
4
Langstrasse
[ Hard ]
Zürich - April 2012
Tradition
5
Clarastrasse
[ Kleinbasel ]
Basel - Mai 2012
avant garde
6
Holz- und Fabrikhafen
[ Walle ]
Bremen - August 2012
business life
7
Financial District
 
Shanghai - November 2012
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                                                                    Text: Miriam Rauh Bild: Ikou Tschüss © 2012

                                                                    Same same, but different.

                                                                    Generationswechsel in Kreis 4

                                                                    Als ehemaliger Seemann war und bin ich oft an der ‚Longstreet’ anzutreffen. Nicht wegen den Nutten, oh nein, die gibt’s in Basel auch. Es ist das ganz besondere Flair, die Aura, die den Kreis Cheib umwabert. Klar, Drogen, Zuhälter, Stricher und Nutten gehören dort dazu, wie die Abgase der Pkws. Hie und da wird geschlegelt, fallen Schüsse und fliegen Messer. Schaue dann bloß, dass ich nicht im Epizentrum der Lämpen bin. Genau wie das Wüste, gehört aber auch das Schöne an die Longstreet.

                                                                    Kleine Läden, Boutiquen und oft freundliche Bedienung, kein Gemuffel wie im MMM/DENNER oder COOP. Wenn nun junge Männer mit Migrationshintergrund etwas Anständiges auf die Beine stellen wollen, dann ist es sehr gut so. Good luck, friends!“ Kommentar von ‚Eric Cerf’, Tages-Anzeiger Community

                                                                    Zürich Hard verändert sich, gezähmt ist es noch nicht. „Rau glamourös“ sei der Kreis 4, sagt Christoph Kellenberger von OOS und bringt damit die Spannung auf den Punkt, die

                                                                    Bild: Adrian Michael © 2012

                                                                    von ihm ausgeht. Lange Zeit war der Stadtteil ein urbaner Gewerbestandort und Heimat des Zürcher Rotlichtmilieus. Noch heute heißt er im Volksmund auch ‚Chreis Cheib’. Das Wort ‚Cheib’ bezeichnet Tierkadaver, für die es im Kreis 4 einst Gruben gab, vorwiegend für Kleintiere und Pferde, die vermutlich für die Produktion und für den Transport benötigt wurden.

                                                                    Hier wurde gearbeitet und produziert, der Güterbahnhof, das Kohlendreieck und die Hochhauswohnsiedlung Lochergut sind Zeugen dieser Zeit. Durch seine Geschichte ist Zürich Hard auch ein Stadtteil mit besonders hohem Ausländeranteil. In den 1960er Jahren wurden hier Arbeiter aus Portugal und Italien ansässig, die in

                                                                    den Fabriken und Gewerben vor Ort tätig waren. Auch ist der Männeranteil im Bezirk besonders hoch: im Jahr 2007 waren es fast dreimal so viele wie Frauen.

                                                                    In unseren Tagen sind die produzierenden Gewerbe an den Rand der Stadt gewandert. Es bleiben Brachen, die abgerissen oder restauriert und neu bespielt werden müssen, um nicht von der einst belebten Produktionsstätte im Nu zum urbanen Problem zu werden. Ein solches sind Quartiere sehr viel schneller, als Planern, Geschäftsleuten und Bewohnern lieb ist.

                                                                    In Zürich Hard hat man sich auf den Weg gemacht, dem Bezirk eine neue

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    Bedeutung zu geben. Doch lässt man sich Zeit. Anstatt ihn im Hauruckverfahren umzukrempeln steht im Kreis 4 Neu neben Alt und scheint sich meist prächtig zu vertragen.

                                                                    So gibt es zum Beispiel den Wurststand mit Biergarten in der Hohlstrasse 25, in dem auch der stadtbekannte Milieuanwalt Valentin Landmann gerne eine Bratwurst von Metzger Marcel am Stehtisch verzehrt und dabei ‚Männern mit Charakter und hübschen Damen’ beim Flanieren zusieht. Dazu ein stilles Wasser und dann geht es frisch gestärkt mit klarem Kopf zurück an den Schreibtisch, wo er sich mit den mehr, so manches Mal vielleicht auch minder kleinen

                                                                    Vergehen seiner schillernden Mandanten befasst.

                                                                    Seit Anfang des Jahres 2011 hat die Musikbar Dante-Bar im Langstrassenquartier, Zwingistrasse 22 geöffnet, in der es zugehen soll, ‚wie im alten Chicago’. Und so bieten das dunkle Holz, die Messingverkleidungen, der im alten Stil gehaltene Fliesenboden und die großartige Gin-Auswahl den passenden Rahmen für verwegen-elegante Damen und Herren. Währendes an der Bar mit Jazz und Soul aus den 1950er und 60er Jahren eher sophisticated zugeht, darf man als Gast im hauseigenen Club am Wochenende deutlich mehr aufdrehen, hier legen bekannte DJs der Zürcher House und Minimal Szene auf.

                                                                    Wer hat schon mal was von ‚Mr. Zogs Sex Wax’ gehört? Genau, das ist die Paste die dafür sorgt, dass Füße auf dem Surfbrett bleiben, wenn man es erst mal bis dahin geschafft hat. Das und anderes Zubehör für Surfer, darunter Bretter und Neoprenanzüge ‚zu Preisen wie in Frankreich’ verkaufen die Brüder Roman und Timon Hartmann bei Surfari an der St. Jacobstrasse 39 / Ecke Bäckerstrasse.

                                                                    Wer mit ihnen ins Gespräch kommt, erhält noch den einen oder anderen Tipp für besonders interessante Surf-Spots. Zum Beispiel den vom Strand im Baskenland, den man als Auswärtiger besser meidet, weil einem sonst die einheimischen Beach-Beaus

                                                                    als Zeichen ihrer Anerkennung die Reifen zerstechen.

                                                                    ‚We wanted to use traditional “savoir faire” and mix it with unusual materials to create a new modernity.’ Ikou Tschüss ist der Name eines international bekannten Designerduos für Accessoires und Mode, das zwischen den Metroplolen New York Paris und Zürich pendelt. Ihren Store und Showroom findet man in der Ankerstrasse 25. Carmen D’Apollonio und Guya Marini sind in Zürich geborene Italienerinnen zweiter Generation und seit Kindertage miteinander befreundet. So wundert es nicht, dass ihr allererstes Stück und Grundlage folgender Kollektionen aus Freundschaft der einen für die andere

                                                                    Bild: Hoffmann ©

                                                                    entstand. Als Carmens Seidenschal bei einer Fahrradtour einfach davon flatterte, setzen sich die beiden hin und fanden eine stilvolle Lösung: Sie gaben dem federleichten Material Gewicht, indem sie es mit bunten Fäden umstrickten. Ihre Kollektionen finden sich in der Schweiz in Zürich und Genf sowie auch in Frankreich, Japan, Österreich, Spanien, Italien, Australien Belgien, Deutschland, England und in den USA.

                                                                    Nicht ganz einfach zu finden, aber immer einen Abstecher wert: De Lade in der Nietengasse 4, parallel zur Lang- und zwischen Diener- und Brauereistrasse gelegen, verwöhnt sein Publikum mit bodenständiger, hochqualitativer, schmackhafter Küche

                                                                    und Wein – zu für Zürich ungewöhnlich moderaten Preisen. Hinter großen Schaufensterscheiben präsentiert sich ein Restaurant mit Bar, kleine Tische mit Holzplatten und klassische Stühle, helle Wände und eine klare, angenehme Gestaltung. Neben Schweizer Köstlichkeiten darf man sich auf mediterranes wie z.B. Conchiglie mit Salbei, Canellibohnen und Tomaten oder auch Bavette alla Bolognese freuen, begleitet von einem guten Tropfen europäischen Weins, der im übrigen auch vor Ort in der hauseigenen Vinothek erstanden werden kann.

                                                                    In nur 30 Tagen entstanden Idee, Konzept und Realisation für eine spannende neue Bar, leider war sie fast

                                                                    Bild: M. Caviglia © 2012

                                                                    ebenso schnell wieder geschlossen: das ‚Fiasko’ hat im April 2011 in einem ehemaligen Cabaret in der Langstrasse 65, dem Malibu, eröffnet. Tagsüber Café/Bistro, abends Barbetrieb mit Konzerten oder Club, lokale DJs legen auf, mitorganisiert vom Club Abart.

                                                                    Anders als viele andere ehemalige Cabarets kokettierte das Fiasko wenig mit der halbseidenen Vergangenheit und ersetzte die Nacktfotos und Tanzstangen durch ein sehr modernes, behaglich stylisches Interieur. Die Betreiber, Aram und Serge Dikranyan, wollten mit dem Fiasko einen Ort für ein junges, urbanes Publikum schaffen und haben es vom Designbüro Raw Cut umgestalten lassen, das auch für das Interior Design von Hugo Boss

                                                                    Schweiz, MTV oder der ebenfalls im Kreis 4 ansässigen Agentur Wyer & Dogan verantwortlich zeichnet. Eine Wand wurde mit Grafiken gestaltet, die Leuchttafeln tragen einen neuen Namen und abgedunkelte Fensterfronten wurden durch klares Glas ersetzt und geben den Blick auf die Marmorgasse frei. Vielleicht etwas zu viel Durchblick für den Geschmack des einen oder anderen Anwohner?

                                                                    Trotz des sehr erfolgreichen Konzepts schloss die Fiasko Bar bereits 9 Wochen nach der Eröffnung wieder ihre Türen. Dass hinter der Schließung weder ein Konkurs noch eine Betreibung stehe, versichern die Betreiber: ‚Wir sind über den Tisch gezogen worden. Wir mussten die

                                                                    Bild: Fiasko Bar © 2012

                                                                    Notbremse ziehen, um den Schaden zu begrenzen.’ Vom Konzept überzeugt, wollen sie an einem anderen Standort neu eröffnen. Auf dem alten Facebook-Profil der Bar kann man sich schon mal einen Eindruck verschaffen, wie gut das aussehen kann.

                                                                    Auch im St. Meinrad in der Staufacher Strasse 163 hat man bewegte Jahre hinter sich: nach einer Gault-Millau prämierten Zeit als Gourmetrestaurant, Bistro und ‚Szenebeiz’ sorgt nun die gebürtige Thailänderin und Sterneköchin Lee Rüegg wieder für erfrischte Gaumen und glückliche Gäste. Geboten werden sowohl Schweizer als auch ‚klassische, asiatische Spezialitäten, modern interpretiert, aber ohne Schnick

                                                                    Schnack.’ Eine kulinarische Reise zwischen Ost und West, die immer springt und nie in ‚Fusion’ abgleitet. So bereitet Rüegg z.B. Thai Ceviche als asiatische Interpretation des südamerikanischen Klassikers zu und verwendet dazu marinierte Schweizer Egli, jedoch nur abends. Mittags stehen ausschließlich Schweizer Gerichte auf der Karte.

                                                                    Um Genuss, wenn auch nicht kulinarischen Sinne, geht es übrigens auch im gerade neu eröffneten Hammam im Volkshaus Zürich. Wellness, Sauna, Aryuveda, Massagen und zahlreiche Beautyangebote stehen hier tagtäglich für den Erholung suchenden Gast auf dem Programm. Der mag hier ankommen und seinen

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2012

                                                                    Tag in Zürich Hard bei einer Massage ausklingen lassen, entspannt und voller neuer Eindrücke. Und sich vornehmen,

                                                                    bald wieder nach Hard zukommen. Man will ja sehen, was aus dem wilden Chaib geworden ist.

                                                                    Bild: Fiasko Bar © 2012