avant garde
1
Potsdamer Straße
[ Tiergarten ]
Berlin - Februar 2012
business life
2
Moritzplatz
[ Kreuzberg ]
Berlin - März 2012
tradition
3
Auf der Uhlenhorst
[ Uhlenhorst ]
Hamburg - März 2012
zeitgeist
4
Langstrasse
[ Hard ]
Zürich - April 2012
Tradition
5
Clarastrasse
[ Kleinbasel ]
Basel - Mai 2012
avant garde
6
Holz- und Fabrikhafen
[ Walle ]
Bremen - August 2012
business life
7
Financial District
 
Shanghai - November 2012
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                                                                    INTERVIEW mit
                                                                    Professor Martin Köttering

                                                                    Text: Miriam Rauh Bild: Martin Köttering bei der Eröffnung der
                                                                    Jahresaustellung 2011; Foto: Imke Sommer

                                                                    In der Stadt ist das Leben

                                                                    Text: Miriam Rauh

                                                                    Vor etwa 200 Jahren gab es in Deutschland einen Bauboom im städtischen Umfeld; Gestaltungsfragen öffentlicher und privater Gebäuden sowie auch Interior Design wurden immer wichtiger. Auch im republikanischen Hamburg ging es längst nicht mehr nur darum, Fürstenhäuser mit dekorativer Malerei auszustatten, Bürger und Bürgerhäuser erlangten mehr und mehr Bedeutung.

                                                                    Zu dieser Zeit entstand in Hamburg die Hochschule für bildende Künste,

                                                                    HFBK, die als erste Gewerbeschule Deutschlands gegründet wurde und spätestens Anfang des vorigen Jahrhunderts mit dem Bau des heutigen Gebäudes nach und nach ihre Ausrichtung als Freie Kunsthochschule erhielt.

                                                                    In klassischer Umgebung, am gediegenen Hamburger Lerchenfeld, hat der Architekt und Stadtplaner Fritz Schumacher um 1912/13 ein wunderbar großzügiges Gebäude geschaffen, dass mit seinen Ateliers und Werkstätten, der Aula und den

                                                                    Bild: HFBK Hamburg: Die Eingangshalle
                                                                    (sog. Aulavorhalle) im Hauptgebäude von
                                                                    Architekt Fritz Schumacher. Foto: Klaus Frahm

                                                                    langen Gängen ein sehr gelungen umgesetztes Beispiel für die Gestaltung einer Bildungseinrichtung ist. Zu akademischen Gestaltungsfragen, den Vorteilen der Interdisziplinarität und Räumen in der Stadt äußert sich der Präsident der HFBK, Professor Martin Köttering.

                                                                    # Herr Professor Köttering, Sie selbst studierten unter anderem das Fach ‚ästhetische Praxis’ - was genau kann man sich darunter vorstellen?
                                                                    Der Studiengang heißt heute‚ Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis’, an der Universität Hildesheim. Es ist ein interdisziplinärer Studiengang, was mir sehr wichtig war. Ich hatte die Fächer Freie Kunst, Kunstgeschichte

                                                                    und -Didaktik, auch Kunstwissenschaft und Literatur, darüber hinaus Medienwissenschaften bei Professor Dr. Jan Berg, wo ich Filme drehte. Meine Schwerpunkte lagen sowohl im Kunst- als auch im Filmbereich, sowohl in Praxis als auch in Theorie, ein generalistischer Ansatz. Danach war ich viele Jahre als Ausstellungsmacher tätig, und die Vertrautheit mit vielen verschiedenen Bereichen kam mir sehr zu Gute. Ich hatte eine Vorstellung davon was es heißt, künstlerisch praktisch zu arbeiten und mit Künstlern Ausstellungen vorzubereiten. Meines Wissens ist die Universität Hildesheim nach wie vor die einzige Hochschule in Deutschland, die diesen Ansatz so konsequent umsetzt.

                                                                    Bild: HFBK, Bildhaueratelier (Klasse Pia Stadtbäumer),
                                                                    Jahresausstellung 2011; Foto: Tim Albrecht

                                                                    # Wie war es, in Hildesheim zu studieren?
                                                                    Das liegt auf der Hand, wenn man in Hildesheim studiert, sollte man flexibel und mobil sein. Das städtische Umfeld ist nicht besonders attraktiv, dafür sind die Studienbedingungen sehr gut.

                                                                    # Was ist die schönste Hochschule für Sie?
                                                                    Das kann ich so gar nicht beantworten. Das hängt davon ab, wie Sie „schön/attraktiv“ definieren. Architektonisch ist die HFBK in Hamburg sehr, sehr schön. Vom Standort her finde ich die Städelschule in Frankfurt/Main und auch die Fakultät ‚Kunst’ der UDK im Westen von Berlin ebenfalls ganz attraktiv, die beide wie auch die HFBK geografisch außerhalb des Szene-Zentrums untergebracht sind.

                                                                    # Die HFBK hat sich ursprünglich aus einer Gewerbeschule entwickelt - nimmt diese Herkunft noch heute Einfluss auf die Ausrichtung der Lehre?
                                                                    Nein. Die HFBK ist eine reine Kunsthochschule, die sich in der Tradition einer Kunstakademie sieht. Die Hochschule wurde vor über 200 Jahren gegründet, als es in Hamburg ein hohes Maß an Gestaltungsaufgaben gab, und schon damals hatte die HFBK einen starken künstlerischen Schwerpunkt, der sich im Laufe der Jahre noch verstärkte; insbesondere in der 1960er/70er Jahren. Was aus den Anfängen übrig geblieben ist: Wir haben einen breiten, interdisziplinären Ansatz, im Gegensatz zu den Akademien, wie beispielsweise Düsseldorf oder München.

                                                                    Bild: HFBK, Design Studio, Jahresaustellung 2011;
                                                                    Foto Sinje Hasheider

                                                                    Im Studiengang Bildende Künste integrieren wir neben Malerei und Skulptur auch Design, Film, etc. Die Grenze zwischen angewandter und freier Kunst hat sich bei uns längst aufgelöst.

                                                                    # Welche Fächer bieten Sie an und was sind die Schwerpunkte der HFBK?
                                                                    Unsere Studienschwerpunkte umfassen alle Disziplinen der bildenden Kunst: Bühnenraum, Bildhauerei, Malerei, Grafik, Fotografie, zeitbezogene Medien, Film und Design. Auch die Kunstpädagogik ist an der HFBK vertreten. Im Gegensatz zu einer technisch oder gestalterisch ausgerichteten Hochschule werden alle Fächer aus der Perspektive der freien künstlerischen

                                                                    Arbeit betrachtet. Es gibt kein starres Curriculum, die Impulse für künstlerische Vorhaben kommen immer von Studierenden, die Professoren und Werkstattleiter unterstützen sie als Mentoren und Berater.

                                                                    # Stellt dieser Ansatz besondere Anforderungen an die Räume?
                                                                    Das Hauptgebäude der HFBK wurde zwischen 1912 und 1913 gebaut. Die Räumlichkeiten wurden von Fritz Schumacher für den Bedarf einer künstlerischen Hochschule entworfen. Schon damals gab es Fachklassen, die man heute als typische Freie Kunstklassen bezeichnen würde. Die Fachklassen bestehen üblicherweise aus einem Lehrstuhlinhaber, dem

                                                                    Bild: HFBK Hamburg: Bibliothek.
                                                                    Foto: Klaus Frahm

                                                                    Professor und einer Gruppe von etwa 20 Studierenden, die in ihrer künstlerischen Entwicklung begleitet werden. Es gibt keine vorgegebenen Themen, die man abzuarbeiten hat, die Studierenden müssen ihre singulären Fragestellungen selber entwickeln. Dazu können sie nach Bedarf in unserem offenen Klassensystem sich die betreuenden Lehrenden frei wählen: Sie können sich für fotografische Themen zum Beispiel an Thomas Demand wenden, für bildhauerische an Andreas Slominski, für zeitbezogene Medien an Michaela Melián, für Malerei an Jutta Koether oder für filmische Fragestellungen an Wim Wenders oder Pepe Danquart und vielen mehr.

                                                                    # Das sind sehr bekannte Namen. Wie groß ist die HFBK?
                                                                    Mit etwa 750 Studierenden und knapp 40 Professorinnen und Professoren sind wir eher eine große Kunsthochschule. Im letzten Jahren hat sich unser Designschwerpunkt noch verstärkt. Zu unseren Design-Dozenten zählen bekannte Produktentwickler wie Glen Oliver Löw aber auch eine Künstlerin wie Marjetica Potrč.

                                                                    # Nach welchen Kriterien wählen Sie neue Dozenten?
                                                                    Ausschließlich nach künstlerisch-qualitativen Kriterien. Auf der einen Seite kann das nur so sein, andererseits gibt es natürlich keine wirklich objektiven Kriterien für die Berufung von Künstlern und Künstlerinnen.

                                                                    Bild: HFBK Hamburg: Ateliers der Malereiklassen.
                                                                    Foto: Klaus Frahm

                                                                    Die Definition ist letztlich immer von der Berufungskommission abhängig, und natürlich achten wir dabei auch auf die pädagogischen und kommunikativen Fähigkeiten.

                                                                    # Wen möchten Sie gerne noch als Dozenten für die HFBK gewinnen?
                                                                    Alle Lehrenden, die ich persönlich gerne für die HFBK gewinnen wollte, konnten wir in den letzten Jahren auch berufen. Dabei ist mir sehr wichtig, dass wir eine ausgeprägte Balance zwischen unterschiedlichen künstlerischen Positionen herstellen. Im Studienschwerpunkt Malerei/Zeichnen haben wir mit den Professuren von Jutta Koether, Werner Büttner und Anselm Reyle drei verschiedene Haltungen zur

                                                                    Malerei vertreten. In diesem Miteinander kann die Hochschule den Studierenden ein breit aufgestelltes Lehrangebot bieten. Ich betone das, weil es auch Kunsthochschulen gibt, die dazu neigen, Professoren zu berufen, die sich künstlerisch sehr nah stehen - wir haben immer versucht, hier andere Akzente zu setzen, weil wir in der Vielfalt das größere Potenzial sehen.

                                                                    # Zur Entstehung des Gebäudes heißt es "Die von Fritz Schumacher in herausgehobener Lage an einer Wasserfront (Kuhmühlenteich) platzierte, von weither sichtbare Baugruppe in dunklem Backstein mit ihren hohen Mansarddächern sollte sich von den übrigen Schulbauten des Hamburger Staates ausdrücklich durch ein

                                                                    Bild: Martin Köttering bei der Eröffnung der
                                                                    Diplomausstellung 2012; Foto: © by HFSK

                                                                    ‚abweichendes, mehr festliches Gepräge’ abheben." Wie hat die Lage die Schule geprägt und welchen Einfluss nimmt sie heute auf Hochschule und Studierende?
                                                                    Ich kann nicht genau sagen, wie damals das Stadtbild ausgesehen hat, insofern wäre meine Antwort spekulativ. Das Lerchenfeld ist heute eine gute, bis sehr schöne Lage, eher am Rande des Stadtzentrums. Es ist ein sehr bürgerliches, zum Teil großbürgerliches Umfeld, in dem sich das Gebäude der HFBK befindet, nur wenige Schritte von der Außenalster entfernt. Wenn heute ein Kunsthochschule neu gebaut werden würde, was in der Großzügigkeit und Präzision wie das Schumacher getan hat kaum noch realisierbar, bzw. zu finanzieren wäre, würde man bezogen

                                                                    auf die Lage in der Stadt vielleicht eher die Nähe zur Kunst- und Kulturszene suchen.

                                                                    # Ist die Lage Fluch oder Segen?
                                                                    Vermutlich beides. Die Studierenden wohnen eher selten in der direkten Umgebung, weil die Mieten zu hoch sind. Doch würde heute eine neue Kunsthochschule gebaut werden, vielleicht im Schanzenviertel oder auf der Veddel, würde man in vielleicht 20 Jahren wieder einen neuen Standort finden müssen, weil die sogenannte Szene schon wieder weiter gezogen ist. Auch im Vergleich zu anderen deutschen Kunsthochschulen können wir sehr zufrieden mit der Lage und besonders den Räumlichkeiten sein. Die Nähe

                                                                    Bild: HFBK Hamburg: Druckwerkstatt.
                                                                    Foto: Klaus Frahm

                                                                    zum Zentrum und zur Außenalster sowie die explizite Kunsthochschularchitektur sind doch sehr angenehm.

                                                                    # Beeinflusst die Umgebung die Studierenden, oder verhält es sich eher umgekehrt?
                                                                    Es gibt natürlich einige Cafés oder Bars in der Nähe, doch der Einfluss des Standortes auf die HFBK oder auch umgekehrt ist begrenzt ausgeprägt. Das Leben der Künstlerinnen und Künstler findet eher woanders statt. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, scheint mit eine Frage der Perspektive zu sein. Man kann sich hier vor Ort auf die eigene künstlerische Entwicklung konzentrieren und auf die produktive

                                                                    Situation in den Werkstätten, Ateliers und Studios. Und der Weg in die urbanen und kulturellen Zentren der Stadt ist relativ kurz. Es mag Studierende geben, die lieber in ihrer Umgebung wohnen und arbeiten, so dass sich alles stärker durchmischt. In den USA findet ja zumeist alles auf einem Campus, oftmals weit außerhalb urbaner Situationen statt. So dass Wohnen, Arbeiten bis hin zu jeglichen Freizeitaktivitäten alles an einem Standort vorgehalten wird und der Studierende den abgeschirmten Raum gar nicht erst verlassen muss. Ich persönlich halte nicht viel von diesen All-Inclusive-Programmen und genau so wenig von einer Idylle am Stadtrand.

                                                                    Bild: HFBK Hamburg: Ateliers der Bildhauereiklassen.
                                                                    Foto: Klaus Frahm

                                                                    # Sie selbst bevorzugen die urbanen Lagen.
                                                                    Ja, für mich gehört eine Kunsthochschule in die Stadtmitte oder zumindest mit einer guten infrastrukturellen Anbindung ans Zentrum. Dort konzentriert sich das kulturelle Leben - für mich persönlich ist es der inspirierendere Ort.

                                                                    Studierende sollten die Möglichkeiten nutzen, in einem breiten kulturellen Umfeld ihre Erfahrungen zu machen und damit auch an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen, was durch eine günstige Lage natürlich erleichtert wird.

                                                                    HFBK | Lerchenfeld 2 | 22081 Hamburg | www.hfbk-hamburg.de
                                                                    Bild: Hochschule für bildende Künste Hamburg:
                                                                    Das Hauptgebäude am Lerchenfeld im Stadtteil
                                                                    Uhlenhorst. Foto: Klaus Frahm