avant garde
1
Potsdamer Straße
[ Tiergarten ]
Berlin - Februar 2012
business life
2
Moritzplatz
[ Kreuzberg ]
Berlin - März 2012
tradition
3
Auf der Uhlenhorst
[ Uhlenhorst ]
Hamburg - März 2012
zeitgeist
4
Langstrasse
[ Hard ]
Zürich - April 2012
Tradition
5
Clarastrasse
[ Kleinbasel ]
Basel - Mai 2012
avant garde
6
Holz- und Fabrikhafen
[ Walle ]
Bremen - August 2012
business life
7
Financial District
 
Shanghai - November 2012
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                                                                    STREIFZUG: AUFBAUHAUS MORITZPLATZ

                                                                    Text: Miriam Rauh Bild: Michael Hölzl © 2011

                                                                    Aufbau West

                                                                    Text: Miriam Rauh

                                                                    Wenn es einen Schutzheiligen für problematische Orte gibt, hat er sich hier selbst übertroffen: Am Berliner Moritzplatz vollzieht sich derzeit Stadtentwicklung aus dem Bilderbuch.

                                                                    Nach dem Zweiten Weltkrieg war im Laufe der Jahre aus einem ehemals florierenden Geschäftsumfeld mit Wohnhäusern, Kaufhäusern und Geschäften ein Unort geworden. Man wusste nicht so recht, was tun mit dem zerstörten Platz, die einst belebte,

                                                                    zentrale Einkaufsstrasse wurde zur Öde und nachdem in den 60er Jahren auch noch der Beschluss fiel, den Moritzplatz als Autobahntangente südlich der Oranienstrasse zu nutzen, schien das Schicksal des Areals auf jämmerliche Art besiegelt. Die Sanierungspläne der Altbauten wurden auf Eis gelegt; Berliner sahen den Moritzplatz fortan am liebsten von hinten. Wer immer ihn passieren musste war froh, die vermüllten Leerflächen, seelenlosen Neubauten und den ständig verstopften Kreisverkehr

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2011

                                                                    schnellstmöglich zu verlassen.

                                                                    Ein Ort im Wandel
                                                                    Im Jahr 2008 kam der Wandel. Die Idee für die Prinzessinengärten auf einer Brache des früheren Kaufhaus Wertheim stand vor der Umsetzung. Das ehemalige Bechstein-Gebäude wurde von der Moritzplatz 1 Entwicklungsgesellschaft mbh gekauft, einer Stiftung der Familie Koch, die plante, mit dem Aufbau Verlag Räumlichkeiten der alten Fabrik zu beziehen. Doch die Flächen waren für die alleinige Nutzung zu groß. Für die Entwicklung eines Kreativ- und Künstlerhauses ging man eine Kooperation mit der Firma modulor ein. Ein Geniestreich, wie sich nur wenig später herausstellte. Nach der

                                                                    sportlich umgesetzten Bauzeit (Beginn im Herbst 2009, Fertigstellung im Juni 2011) entstanden auf einer Gesamtfläche von rund 20.000qm Räume für Galerien, Geschäfte und Büros: das Aufbau Haus. Nur zwei Monate nach der offiziellen Eröffnung sind 98 Prozent der Flächen vermietet, weitere 7.000qm werden im nächsten Bauabschnitt entstehen, die Fertigstellung ist für 2014 geplant.

                                                                    Das Konzept geht auf. Schon jetzt wird das Aufbau Haus als Paradebeispiel für umgebungsverträgliche, positive Stadtentwicklung gesehen und auch die Kreuzberger scheinen die neuen Nachbarn zu akzeptieren. Dazu trägt der Eigentümer durch die gezielte Auswahl der Mieter und insbesondere durch die Mieten

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2011

                                                                    bei. Mit 7,-€ pro qm ist der Preis auch für Startups und kleine Unternehmen erschwinglich. Den Firmen bleiben finanzieller Freiraum und Entwicklungsmöglichkeiten, sowie auch genug Energie, um wertvolle Synergien zu bilden.

                                                                    Kooperation statt Wettbewerb
                                                                    Ein wichtiger Grundsatz: Im Aufbau Haus soll kein Wettbewerb entstehen, sondern fruchtbarer Boden für Kooperationen aller Art. “Wir können die Tischlerei im Haus einsetzen, wir können bei modulor Materialien kaufen, wir können mit FSB gemeinsame Projekte entwickeln oder mit Sonozen neue Beschallungskonzepte integrieren, Extratapete binden wir in

                                                                    Präsentationen ein. Wir profitieren von der Nähe kompetenter und innovativer Partner,” sagt z.B. Wilfried Lembert, der mit minimum, einem Kaufhaus für hochwertiges Design im Wohn- und Arbeitsumfeld, als einer der ersten die neuen Räume am Moritzplatz bezogen hat. “Dass vor Ort ein Austausch entsteht, ist natürlich für alle hilfreich. Der Vermieter hat das Thema fair aufgezogen. Alle sitzen in einem Boot, es gibt einen Zusammenhalt mit den Nachbarn.”

                                                                    Lembert ist zufrieden. Dabei gehört er sicher zu den anspruchsvollsten Mietern. Seit über 10 Jahren repräsentiert minimum Bulthaup, Vitra, Thonet, USM, Fritz Hansen, Knoll und viele weitere

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2011

                                                                    Marken aus dem hochwertigen Interiorsegment. “Unser Angebot hat Beständigkeit, wir leben ja auch von der Empfehlung und Weiterempfehlung. Wir bieten eine Art “Werkzeugkasten” an, der Kunde sucht sich mit unserer Unterstützung daraus Module für seine Umgebung aus.” Neben Möbeln für Wohn- und Arbeitsräume bietet minimum ausgiebige Beratung und Planung “informeller, persönlicher Kommunikation bei der Gestaltung von Arbeitsräumen”, was derzeit insbesondere von Firmen gerne genutzt wird und laut Wilfried Lembert in Zukunft eine noch größere Rolle spielen wird. Ein weiteres Projekt ist das minimumhouse, ein mit Designpreisen geadelter Fertigbausatz

                                                                    für Zweitwohnsitze, dessen Prototyp im Berliner Süden am Mellensee entstanden ist. “Für uns ist gute Gestaltung das oberste Prinzip. Die erste Frage, die gestellt wird ist: kann jemand ein Produkt lange in seinem Umfeld ertragen?”

                                                                    Wiederbelebung des Umfelds
                                                                    Mit Niederlassungen im Stilwerk, in der Torstrasse in Mitte, der Helmholtzstrasse und nun am Moritzplatz, gehört minimum zu den lokalen “Filialisten”, wie Lembert es nennt. Die Berliner mögen es, wenn ein Geschäft in ihrer Nähe ist und sie für Einkäufe in ihrem Bezirk oder zumindest in der Nähe bleiben können.

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2011

                                                                    Der Standort im Aufbau Haus erschliesst minimum eine neue Zielgruppe, die vorher schwer erreichbar war. Der typische Käufer am Moritzplatz ist Anfang 20 bis etwa Mitte/Ende 30 und arbeitet im kreativen Bereich, oft als Gestalter oder Architekt. “Die Synergien hier im Haus, insbesondere mit modulor, sind wunderbar,” so Lembert. “Man empfiehlt sich gegenseitig weiter. Wir erreichen hier eine jüngere Zielgruppe, wir sind nah an unseren Kunden dran. Mit unseren Kunden im Stilwerk werden wir gemeinsam älter, mit dem Aufbau Haus werden wir größer und bekommen frischen Input.”

                                                                    Die Energie des Aufbau Haus ist in der Umgebung bereits zu spüren.

                                                                    Mitarbeiter von Opel trifft man mittags bei Coledampf’s, die “Co-Worker” des benachbarten Betahaus promenieren über die Stadtterrasse und durch die Läden. Im Aufbau Haus holt man sich Inspiration, stöbert in der Buchhandlung und vor allem – man kauft ein.

                                                                    Auch in der etwas weiter entfernten Nachbarschaft sorgt die jüngste Entwicklung des Kreuzberger Randgebietes für interssante Initialzündungen. Am Oranienplatz eröffnet der Kunsttheoretiker und Künstler Bazon Brock das Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen, ein neues Zentrum für intellektuellen und kreativen Austausch.

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2011

                                                                    “Man setzt am Moritzplatz eine Gestaltung in Gang, man schafft einen Treffpunkt. Der Moritzplatz an sich bekommt wieder eine gesellschaftliche Bedeutung,” kommentiert Wilfried Lembert die Entwicklung.

                                                                    Lukrative Perspektive, auch für andere Standorte?
                                                                    Wird sich das positive Beispiel für geglückte Stadtentwicklung neben dem Moritzplatz auch an anderen, bislang problematischen Standorten wiederholen? Mit dem Bikini Haus wird derzeit ein weiterer, ehemals blühender und dann in Vergessenheit geratener Ort sorgfältig restauriert. Erste, hochkarätige Mietinteressenten haben sich eingefunden.

                                                                    So erwägt neben Andreas Murkudis auch Wilfried Lembert, Flächen im Bikini Haus zu beziehen. Doch Lembert zögert noch. “Das Konzept für das Bikinihaus sieht vor, Bikini zu einer Marke zu machen, zu einem Bestandteil der Stadtentwicklung.
                                                                    Das halte ich für sehr wichtig, auch im Hinblick auf Kooperationen. Mir ist momentan jedoch noch nicht ganz klar, welche Schwerpunkte im Bikini-Projekt vor allem im Bereich Retail gesetzt werden und ob es gelingen wird, Bikini zu einer überregional ausstrahlenden Berliner Marke zu machen.” Ein weiteterer Aspekt: Damit ein attraktiver Mix für die Bildung wertvollen Austauschs entstehen kann, der das Potential hat, den Stadtteil um den Standort Zoo zu

                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2011

                                                                    entwickeln, muss auch der Mietpreis in einem “realistischen Bereich” bleiben. Ein idealistischer Ansatz? Wie ein Konzept in gesunder Relation zum Bestand und mit Respekt vor den Besonderheiten einer Umgebung entwickelt werden kann und dass dies

                                                                    auch für den Vermieter gewinnbringend funktioniert, kann man am Beispiel Moritzplatz sehr deutlich sehen. Im Aufbau Haus hat man keine Angst vor Nachahmern. Für solche und ähnliche Konzepte ist in Berlin noch sehr viel Platz.

                                                                    minimum Aufbauhaus | Prinzenstr. 85, 10969 Berlin | Mo – Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr
                                                                    Bild: Michael Hölzl © 2011